In der Winterzeit liegen die Außentemperaturen häufig um den Gefrierpunkt.
Unter diesen Bedingungen kann sich Kondenswasser im Ansaugbereich oder in der Ladeluftstrecke des Turboladers bilden. Sinkt die Temperatur weiter ab, besteht die Gefahr, dass dieses Kondenswasser gefriert. Die daraus entstehenden Eisablagerun-gen können sich in unterschiedlichen Symptomen bemerkbar machen und die Funktion des Turboladers beeinträchtigen.
Moderne Fahrzeuge überwachen das gesamte Ansaugsystem sowie die Ladeluftstrecke sehr genau. Sämtliche einströmenden Luftmassen werden durch Sensoren erfasst. Kommt es hierbei zu Abweichungen, erkennt das OBD-System diese Unstimmigkeiten und setzt entsprechende Fehlercodes.
Durch physikalische Effekte ändert sich die Dichte von Wasser beim Gefrieren.
Eis kann den effektiven Querschnitt der Ladeluftstrecke reduzieren, wodurch der Luftdurchsatz verringert wird. Infolgedessen kann es zu Fehlermeldungen kommen, die sich unter anderem als Ladedruckregelgrenze unterschritten oder Ladedruck-regelgrenze überschritten äußern, abhängig von Ausmaß und Position der Eisbildung.
Die Diagnose ist häufig erschwert, da das Eis bei steigenden Temperaturen wieder taut und der Fehler nicht dauerhaft auftritt. Treten Turbolader- oder Ladedruckfehler überwiegend beim morgendlichen Kaltstart auf, sollte die komplette Ansaug- und Ladeluftstrecke geprüft werden. Kondensat an Ladeluftschläuchen oder Wasseransammlungen an tiefen Stellen sind typische Anzeichen. In schwer zugänglichen Bereichen kann ein Endoskop hilfreich sein.
Eine regelmäßige Kontrolle des Ansaug- und Ladeluftsystems im Rahmen der Wartung, insbesondere bei Kurzstrecken- und Winterbetrieb hilft, Kondenswasser-eintrag frühzeitig zu erkennen. So lassen sich Fehlermeldungen, unnötige Werkstattbesuche und mögliche Fahrzeugausfälle vermeiden.